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Beteiligungen


Zum Wechsel im Amt des Personalvorstandes bei RheinEnergiehttp://goo.gl/EFUluS

Muss der Personalvorstand der RheinEnergie AG mehr verdienen als die Bundeskanzlerin? 

Mit der Aussicht auf eine bessere Altersversorgung als Beamte - und darf mit 60 abschlagsfrei in den Ruhestand? Mit einer Belastung des Unternehmens auf Jahrzehnte?

Der anstehende Wechsel des Personalvorstands bei RheinEnergie brachte einige Fakten zu Tage, die man sonst nicht kennt oder nicht beachtet. Da geht der jetzige Personalvorstand bereits mit 60 in den Ruhestand, abschlagsfrei bekommt er seine Altersversorgung zu Konditionen, von denen Beamte heute nur träumen können: 69 % seiner aktiven Bezüge entsprechend "Dienstalter" (nun ja: abzüglich erfolgsabhängiger Vergütungsbestandteile, denn zum Erfolg kann er nicht mehr beitragen, also nur 69 % vom Fixgehalt von 360.000 € = etwa 250.000 Euro). Seine aktiven Bezüge derzeit: fast 700.000 Euro. Und diese Konditionen erhält dann auch sein Nachfolger? Zum Vergleich: die Bundeskanzlerin erhält etwa 200.000 € pro Jahr. 

Hohe Gehälter werden in der Wirtschaft gerechtfertigt mit der Konkurrenz. Gibt es die für den Personalvorstand und Arbeitsdirektor bei RheinEnergie? Der ist ja ein Eigengewächs: kommt aus dem Unternehmen oder der Arbeitnehmervertretung und vertritt die Arbeitnehmerinteressen. Dass er wegen seiner besonderen Befähigung von anderen Unternehmen abgeworben wird, ist wohl eher unwahrscheinlich.

An den in der Vergangenheit entstandenen Vergütungen - einschließlich der Langfrist-Belastungen durch die Altersversorgung - festzuhalten besteht keine Veranlassung, eigentlich hat sich da doch einiges getan in den letzten Jahren. 

Auch an dem „Erfolg“ der Rheinenergie als Goldesel der Stadt Köln darf man Zweifel anmelden. Denn wer bezahlt für diese Gewinne, mit denen die KVB quersubventioniert wird und die sie im übrigen dem Stadtsäckel abliefert? Otto Normalverbraucher, Familien, Rentner, die große Zahl normaler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die nicht recherchiert haben, dass zum Beispiel die Stadtwerke Dortmund ihnen den Strom 11 % günstiger liefern würden (siehe den Strompreisvergleich). Stellt sich die Frage: warum können die Stadtwerke Dortmund das? Oder geht es darum, dass die RheinEnergie unbedingt mehr Gewinn machen muss? Immerhin 120 Mio. Euro Gewinn lieferte sie 2012 ab, das sind pro Einwohner/in 120 Euro, die er/sie mehr im eigenen Portemonnaie haben könnte. 

Aber so ist das bei unseren politischen Parteien: sozial sein wollen sie, außer es geht um die Finanzen der Kommunen. Da sind Gewinne durch hohe Gebühren und Preise der städtischen Gesellschaften höchst willkommen, unabhängig davon, dass die Bürger sie finanzieren, unabhängig vom sozialen Status und ihrer Leistungsfähigkeit. 

Denn anders als bei der Lohn- und Einkommensteuer, die nach der Leistungsfähigkeit doppelt differenziert (wer viel verdient, zahlt nicht nur proportional mehr, sondern einen entsprechend höheren Prozentsatz), sind Gebühren und Preise nicht sozial gestaffelt: die Kilowattstunde Strom ist für alle gleich teuer.

Besonders problematisch ist, dass hier mit der Altersversorgung auch noch finanzielle Verpflichtungen für Jahrzehnte eingegangen werden. Fehleinschätzungen über die langfristige wirtschaftliche Entwicklung von Unternehmen in öffentlicher Hand oder gemeinwirtschaftlich (Landesbanken, Neue Heimat, Bank für Gemeinwirtschaft usw.) in der Vergangenheit sollten zur Vorsicht gemahnen: man bedenke die langfristigen Auswirkungen. Wissen wir heute, ob es das Unternehmen RheinEnergie in 40 Jahren noch geben wird? Aber der neue Personalvorstand wird wieder die Altersversorgung wie sein Vorgänger zugesichert bekommen? Oder wenigstens angepasst an die Entwicklung in der Altersversorgung, was die Höhe der möglichen Altersbezüge betrifft (nicht mehr maximal 75%) und mit 3,6% Abschlägen pro Jahr vorzeitigem Beginn.

Hier scheint einiges Nachdenken dringend notwendig.

Burkhardt Krems, 05.02.2014


Über die Verantwortung eines öffentlichen Unternehmens: das Beispiel Brunata

Brunata, hundertprozentige Tochter der Stadt Köln, erzielt eine Umsatzrendite von 13 % und sogar eine Eigenkapitalrendite von 150 %, erwirtschaftet mit "Wärmemessdienstleistungen", also mit der Vermietung von Wärmemesseinrichtungen, Ablesen und Abrechnen, letztlich bezahlt über Wohnnebenkosten von den Mietern bzw. Wohnungseigentümern. Das Ackermann'sche Ziel von 25% Eigenkapitalrendite für die Deutsche Bank empfand man seinerseits als "unmoralisch". 150 % Eigenkapitalrendite zu Gunsten der Stadt Köln sind es nicht, selbst wenn der "kleine Mann" dabei zur Kasse gebeten wird?      Mehr ...


Ein Vermieter hätte es nicht machen dürfen, die Stadt Köln tut es:

60% mehr für eine Wohnung, ab sofort. 

Für eine Altbauwohnung für Obdachlose, die "Grundgebühr" ist dann höher als die Grundmiete für eine moderne Sozialwohnung. Mehr ...





Inhalt

Übersicht / Aktuelles Köln

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"Teure Kultur" - oder nur teuer gerechnet?

Management im Kulturbereich am Beispiel der Kölner Museen

Rechtswidriger Kölner Haushaltsplan? Am Beispiel der Kölner Museen - und wie die Steuerung richtig gestaltet werden sollte 


 

 

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